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Psychotherapie (Zugang und Ablauf)

Formaler Ablauf

In Deutschland haben alle hier Krankenversicherten das Recht, sich ihren Psychotherapeuten selbst auszusuchen, ohne Umwege über einen Haus- oder Facharzt zu nehmen – auch wenn natürlich ein Arzt, der Sie gut kennt und behandelt, oftmals wertvolle Empfehlungen geben kann.

In der Sprechstunde (bzw. bis zu drei Sprechstundenterminen bei ausführlichem Klärungs- und Informationsbedarf) findet eine erste Beratung und Einschätzung Ihrer Behandlungsbedürftigkeit statt. Hier erfolgt eine Weichenstellung für weitere Maßnahmen.

Die folgenden probatorischen Sitzungen und meist eine biographische Anamnese dienen dem gegenseitigen Kennenlernen, der Entwicklung eines ersten Verständnisses für die Problematik und ihre Entstehung und Aufrechterhaltung. Auch wird Ihnen am Ende ein Behandlungsvorschlag gemacht, so dass Sie die Richtung der Behandlung und ihre Begründung schon in ersten Zügen kennen lernen können. Auch das Finden einer guten Behandlungsatmosphäre zwischen uns als Personen steht hier im Mittelpunkt. Wenn die Kriterien für eine psychische Störung erfüllt sind, der Behandlungsvorschlag

passt und Sie den persönlichen Kontakt positiv erleben, wird die Behandlung bei der Krankenkasse beantragt.

Es können zunächst eine Akutbehandlung oder eine Kurzzeittherapie mit je 12 Terminen begonnen werden. Bei absehbarem größerem Behandlungsbedarf können auch 60 Behandlungseinheiten beantragt werden. Insgesamt sind maximal 80 reguläre Sitzungen durch die Krankenkassen übernahmefähig.

Die eigentliche Psychotherapie wird grundsätzlich als Einzeltherapie durchgeführt. Sie erfolgt alltagsbegleitend in kontinuierlichen Einzelsitzungen über einen längeren Zeitraum, meist zwischen mehreren Monaten und zwei Jahren. Je nach der individuellen Problemsituation kann sie auch in Form einer Intensivtherapie mit mehreren Sitzungen pro Termin stattfinden (klassisch z.B. im Bereich von Zwangsstörungen). Gegen Ende der Therapie folgt eine Selbstkontrollphase mit reduzierter Terminhäufigkeit, um die erzielten Erfolge im Alltag zu überprüfen, zu stabilisieren und zu verstärken.

Psychotherapie / Verhaltenstherapie

Grundlage der Psychotherapie ist eine ausführliche, differenzielle Diagnostik, um alle relevanten Störungsbereiche zu erfassen, und anhand erster biographischer Kenntnisse die jeweils individuell relevanten Faktoren bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erkrankung genau zu erfassen. Der Fokus in der Diagnostik liegt dabei auf Ihrer spezifischen Symptomatik, welche überwunden bzw. verändert werden soll.

Die Psychotherapie orientiert sich an klaren, von uns gemeinsam festgelegten Zielen. Hierbei sind mir Transparenz und Gemeinschaft sehr wichtig: Bei allen Schritten sollen Sie nachvollziehen können, warum wir etwas tun.

Aus dem Repertoire der Kognitiven Verhaltenstherapie werden Bewährte und durch die Psychotherapieforschung als effektiv belegte Methoden auf Ihre konkreten Bedürfnisse und Schwierigkeiten angepasst.

Dabei spielt meist das Gespräch die zentrale Rolle. Häufig werden wir auch Absprachen bzgl. gewisser „Arbeitsunterlagen“, „Übungen“, „Experimente“ oder andere „Aufgaben“ (z.B. Arbeit bzgl. innerer Regeln) vereinbaren, die wir gemeinsam oder auch Sie allein zwischen den Sitzungen durchführen. Dies dient einerseits ihrer eigenen Auseinandersetzung mit dem Problem bzw. Veränderungsansätzen, soll Ihnen aber auch immer wieder ermöglichen zu erleben, dass die Behandlung Veränderungen initiiert und Sie selbst diese entscheidend durchführen und erreichen können. Ihre Ressourcen sollen so aktiviert und im Kern Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden. Neue Strategien im Umgang mit Problemen sowie veränderte Erlebens- und Verhaltensweisen werden also nicht nur theoretisch erarbeitet, sondern aktiv im Alltag eingeübt. Dies führt sehr häufig zu sehr guten und stabilen Therapieerfolgen.

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